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Die Entstehungsgeschichte der Panflöten lässt erkennen, dass sich auf fast allen Erdteilen der Welt Panflöten unabhängig voneinander entwickelten haben. So sind sie z.T. sehr unterschiedlich in Material, Bau, Spielweise und Ton. Offensichtlich haben etliche Panflötenspieler und deren Sympathisanten in und außerhalb Rumäniens wohl einseitig von sich aus erklärt, dass die Panflöte von Rumänien aus die größte Panflöten-Weltbedeutung ausstrahlt und sie vermutlich die einizig „wahre“ Panflöte sei, obwohl weltgeschichtlich gesehen diese dort als bedeutendes Nationalinstrument noch nicht lange beheimatet ist. Zweifelsohne gibt es weltberühmte rumänische Panflötenspieler wie z. B. Gheorghe Zamfir, die ihrem Land die „Panflöten-Ehre“ einbrachten mit hilfe eines weltmarkt-orientierten Durchbruchs. Genauso gelang es dem argentinischen Panflöten- und Quenaspieler Uña Ramos mit hilfe von Paul Simon (Welthit „El Condor pasa“) die Weltbühnen zu erobern. Dennoch wird ihm hier nicht die angemessene Würde verliehen, die einem hochbegabten Musiker zustehen sollte, auch in den Reihen der Panflötenspieler. Unter der Panflöte versteht man in Europa die einreihige gebogene Panflöten-Form, häufig mit den zusammengeklebten Rohren aus Bambus oder gedrechselten sog. Rohren aus Holz (modern auch: Glas, Aluminium oder Plastik ), in einen sog. Schuh gesteckt, um die Reihe stabiler zu halten.

Die Süamerikaner kennen die Panflöten in zwei Reihen, nicht geklebt, sondern mit Band gerade in der Reihe gebunden. In Asien und Ozeanien findet man u. a. Panflöten, die rund zusammen gebunden sind und somit während des Musizierens gedreht werden müssen, wenn unterschiedliche Tonhöhen angespielt werden sollen.

Ich halte es nicht für korrekt und auch geringschätzend, dass mit dem Terminus „Panflöte“ in der Deutschen Sprache offensichtlich fast auschließlich der europäischen Typ von Panflöte gemeint ist, obwohl die südamerikanischen Panflöten (genannt im Spanischen: „Zampoña“ oder in Indiosprachen: „Siku“ und andere viele Namen) mittlerweile schon lange durch südamerikanische Musiker in den Fussgängerzonen bekannt gemacht worden sind. An anderer Stelle werden in diesem Weblog mehr Infos dazu folgen.

Grafik und Text : Hasso Bensien, März 2008

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