Der folgende Text ist auch in schwarzer Schrift auf weißem Untergrund
unter dem Weblog MOSKITO

Zuvor: Zitate

„Für alle Kulturmenschen war Kunst ein schöpferischer Vorgang, an dem sich jeder beteiligte. Musik konnte man nur hören, wenn jemand, der leibhaftig anwesend war, zur Gitarre griff, die Trommel schlug oder sang. Oper, Schauspiel oder Ballet konnte man nur erleben, wenn Mimen oder Tänzer da waren, die es vortrugen. Kunst war ein kostbares lebendiges Elixier, das alle Bereiche des Lebens durchdrang. Handwerker waren Künstler, und Künstler waren Handwerker. Jeder war irgendwie künstlerisch produktiv.“

„Der Stadtzeitmensch ist auch auf künstlerisch-kulturellem Gebiet auf die Stufe der Jäger und Sammler zurückgefallen. Er konsumiert Vorhandenes. Er musiziert nicht mehr, sondern sammelt Schallplatten. Wir schaffen keine Kunstwerke mehr. Wir sammeln und konsumieren, worauf wir gerade Lust haben“ (E. W. Heine, Der Neue Nomade, ketzerische Prognosen, Zürich 1986, Seite 19). Ende dieses Zitats.image-jgwead783gh

Ein weiteres Zitat: „Die Nomaden Somalias sagen: „Wer sesshaft ist, ist nicht frei“. Auch im Stamm der Steinzeitmenschen wird Reisen und Umherstreifen mit Freisein gleichgesetzt (ebda. Seite 80)“. „Wie der Nomade verzichtet der Großstädter immer mehr auf belastenden Besitz. In den Vereinigten Staaten gibt es bereits 100 000 Leasing-Geschäfte, wo man sich vom Rasenmäher bis zum Brautkleid alles nur Erdenkliche leihen kann (ebda. Seite 79).“ Ende des Zitats.

Hat E. W. Heine einiges richtig erkannt? Kann man dem zustimmen? Trotzdem, für mich sehr erfreulich, was das erste Zitat betrifft: Immer noch Millionen (Milliarden?) Menschen greifen zu Musikinstrumenten, singen und musizieren, sind musikalisch produktiv. Wer denn die vorhandenen Veranlagungen zum singen, zum musizieren nicht nutzt oder nicht nutzen kann oder will und sich auch an Musik erfreut, wird feststellen, dass Musik eine der treuesten „Begleiter“ im Leben sein kann. Wer die Freiheit kennt, Musik zu machen, ohne anderen Menschen gefallen zu müssen, ohne Musik-Traditionszwang, ohne neidisch auf sogenannte „besser“ Musizierende zu blicken, mit seinen eigenen Fähigkeiten (voll) zufrieden ist, der wird Mut und Freude, Glücksgefühle entdeckt haben unter dem ganz einfachen Lebensgrundsatz: Machen, statt es zu unterlassen!

E. W. Heines zweites Zitat über Gedanken des Neuen Nomaden macht schon nachdenklich zu „Phänomenen“ wie Globalisierung und Migrationsbewegungen, Globetrotter sein und die Welt erkunden, sich die Welt als sein zu hause vorstellen und vielleicht Fernweh als Heimweh zu verstehen.

In meiner Vita als Musiker zeigt sich etwas von dem:

Stichworte: Geboren in den letzten Kriegstagen, im April 1945 in Oldenburg (Oldbg.), merkwürdige Nachkriegs-Schullaufbahn, Schiffsjunge auf großer Fahrt, Gelegenheitsjobs, dann zwei akademische Ausbildungen mit Staatsexamina (Dipl.-Designer, Realschullehrer), Kinderliedermacher, Jazz-, Rock- und Pop-Musiker, Folklore-Musiker, Komponist im Bereich U-Musik, Autodidakt, Nonkonformist, Non-Notist, nie Musikunterricht, kein Musikstudium.

Nebenbei: Besuch von über 60 Staaten der Welt, oder sind es schon 70 ? Neun (9 !) alte, vollgestempelte Reisepässe in der Schublade, 1 altes Seefahrtsbuch, 2 Weltbürgerausweise als Mitglied des AWC = Association of World Citizens, Stammsitz in San Francisco (USA), Weltbürger-Ausweise der Weltbürger-Registrierstelle in Paris, kein Militärdienst wegen Verletzungen durch einen Unfall, auch im Bereich Musik grenzenloses Neugierigsein, entdecken, erforschen, aufhören, wieder beginnen, sich bewegen und etwas bewegen! Immer wieder! Spannend, sehr anstrengend, aufregend, frustrierend, traurig, schmerzhaft, fröhlich, (un) glücklich, aber immer wieder schöpferisch, kreativ!

In den 50 iger Jahren

Schon in der Grundschule Mandolinenspielversuche und Chorsingen, zu hause immer Klimpern und Tastenexperimente auf dem Klavier bis zum Wegscheuchen vom Klavierhocker.

In den 60 iger Jahren

Gymnasium, Schulchor, Unfall mit erheblichen Spätfolgen, langer Krankenhausaufenthalt, Jazzmusik, Seemannsversuche als Schiffsjunge, die Gitarre fuhr mit (der Traum, ein langes Dasein als Seemann auf den Weltmeeren zu er-leben war durch den Unfall frühzeitig „ausgeträumt“), Fortsetzung des autodidaktischen Gitarren- und Klavierspiels, nahezu leidenschaftliche Begeisterung für Django Reinhard`s Jazz-Swing Gitarrenspiel, viele Monate Aufenthalt in Stockholm (Schweden) als Restaurantgehilfe und als Wald-, Wiesen-, Campingplatz- und Straßenmusikant mit traurigem Möchtegern-Hippie-Look, Begeisterung für Beatles & Co und die aufkommende Popmusik der 60 iger, aufkommendes Selbstvertrauen nach etlichen Versagungserlebnissen, wieder in Oldenburg: Mit-Gründung von Beatgruppen und Teilnahme als Gitarrist, Sänger und später Keyboarder in regionalen/überregionalen Rockgruppen (Butlers, Foam in Oldenburg, Mustangs in Bremen, in den 70 igern: Blue Band, Et Cetera…und..), Studium in Bremen und Hamburg (mit dortigem Neben-Wohnsitz) und Oldenburg. Abschluss als Diplom-Designer, Abschluss als Realschullehrer mit erstem und zweitem Staatsexamen.

You Tube „Foam – live 1967“ ( mit Hasso Bensien)

Foam spielte „Shotgun“ Ende 1967 live im Liener Kroog in Elsfleth. Die Band galt als Supergroup und setzte sich aus Musikern der Oldenburger Spitzenbands „The Stingrays“ (Harry Krieg (Houben) & Tom…

In den 70 iger Jahren

Rock-, Pop- und Tanzmusik als Keyboarder (Organist) hauptsächlich zur Finanzierung des 2. Studiums, Veröffentlichung von eigenen Kinderliedern (Single-Schallplatte und LP), Theaterarbeit, Multimediaspiele mit Schülern, Musikaufführungen und Kunstaktionen mit Schülern.

In den 80 iger Jahren

Während der Auslandstätigkeit als Auslandslehrer für hauptsächlich Deutsch als Fremdsprache in Südamerika (Cali-Kolumbien und Lima-Peru): Folkloremusik-Auftritte, Kinderliedermacher-Auftritte, allein oder mit Schülern an einheimischen und Deutschen Schulen, an Instituten (auch Goethe-Institut) und Universitäten. Ab Anfang 1989 erstes Mal Kontakt zu Panflöten, in Lima, autodidaktisches Erlernen südamerikanischer Panflöten, erster öffentlicher Panflötenauftritt 1989 in Lima.

In den 90 iger Jahren

zurück in Deutschland, neben der Berufstätigkeit als Realschullehrer bis 1993 Auftritte in Kindergärten, Grundschulen, städtischen Jugendbibliotheken, Kinderfesten und auf anderen Kinder-Treffs im Kinderlieder-Duo „Peter & Hasso“ im Raum Oldenburg, Ammerland und Ostfriesland, parallel Panflöten-Konzerte, Erlernen der europäischen Panflöte im Selbststudium, später: allein Auftritte als Kinderliedermacher in Paraguay, Uruguay und Argentinien an Deutschen Schulen, an deren Kindergärten u. a., in Asunción, Filadelfia, Córdoba, Buenos Aires und Montevideo, von Ende 1993 bis Ende 1999 Nebenwohnsitz auch in Polen und in der Ukraine, Auftritte mit Keyboards allein und viele Panflötenkonzerte in Polen mit einem Gitarristen, einem Organisten, einer Organistin oder allein: u.a. in Wroclaw (Breslau), Ostrow W.P., Kalisz, Chelm, Lublin, Wlodawa, sowie in der Ukraine u.a. in Lutsk, Kovel, Novovolinsk, Rowno (Riwne), Lwiw (Lemberg) und Iwano-Frankowsk, in Polen und in der Ukraine überwiegend Auftritte an staatlichen Kulturhäusern (Dom Kultury), Schulen, Universitäten, Sprachinstituten, in Kirchen und Museen, Konzertmitschnitte im polnischen und ukrainischen Fernsehen und im Radio, parallel Panflötenauftritte ab 1993 in Seniorenheimen in Oldenburg.

Ab dem Jahr 2000

Im  Juni erscheint die erste Panflöten-CD „Caricias“, ab Juni mehr Panflötenkonzerte in Deutschland sehr häufig in Kirchen und Seniorenheimen, es folgen weitere CD`s mit Panflötenmusik, wie „Blühende Melodien“, „Come True“ nur mit Eigenkompositionen, und die CD „Mitmachspass“ erscheint mit eigenen, neuen Kinderliedern.

2004

40 jähriges Bühnenjubiläum als Musiker auf öffentlichen Bühnen, wenn man von den Auftritten als Schüler im Kinder-Chor in Kirchen absieht, feste Entscheidung 2004: Abschiednehmen von der Bühne als Musiker, aber kaum durchzuhalten.


2008

15 jähriges „Jubiläum“ als Panflötenspieler mit Auftritten in Seniorenheimen, Seniorenwohnstiften, Alten- und Pflegezentren, Seniorenwohnparks und anderen Alten-Pflegeeinrichtungen, Behinderteneinrichtungen, in Krankenhäusern oder Sozialstationen in der Stadt Oldenburg, der näheren Umgebung und dem Oldenburger Land, ganz selten ab jetzt weit auswärts. Die Musik bleibt vollkommenes Hobby, ein Hobby unter mehreren, nicht kommerziell, frei von gewerblichen Zwecken.

Danksagung

Allen großen Dank, die mir halfen, „unsere“ und „meine“ Musik zu machen und die vielen Experimente zu ermöglichen mit „unserer“ Musik, Dank den vielen Teams der Musikgruppen, Dank denen, die meine Kinderliedermacher-Auftritte und Panflöten-Auftritte ermöglichten in Deutschland, Polen, der Ukraine und in Südamerika, auch denen, die mir halfen die Musik-CD`s zu veröffentlichen, großen Dank den Medienvertretern der Presse und jenen der audio-visuellen Medien. Vielen Dank den Panflöten-Instrumentenbauern, die mich mit wunderbaren Panflöten versorgten, Dank den Firmen Roland, Korg, Technics, Cubase, Emagic, Melodyne und Apple, MacIntosh! Dank WordPress für die großzügige Nutzung des Weblogs! Und großen Dank YouTube und DailyMotion, die es ermöglichen, dass viele meiner Titel ab Ende 2009 jetzt im Internet kostenfrei abgerufen werden können. Dann denen, die mich zu ertragen vermochten, Verzeihung denen, die ich als „Nervensäge“ stapazierte.

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Anmerkung zu meinen Panflötenkompositionen, zu den Konzerten und den CD`s:

Häufig wurde und wird meine oft „romantische“, „träumerische“ Panflöten-Musik in die „Kategorie New Age“ oder in ähnliches gestellt oder damit assoziiert. Das mag dann richtig sein, wenn man mit diesem Terminus Relax-Musik meint, Entspannungsmusik oder Wellness-Musik, religionsfrei, „esoterik-frei“ und völlig getrennt von psycho-kulturellen Marktobjekten oder Marktprodukten, die also z. B. dann nicht der Esoterik zugesprochen werden könnte. Ich selbst bin fast das ganze Leben lang glücklich konfessionslos ohne dahingehend zu missionieren, nehme allerdings Abstand als Humanist oder Naturalist generell von Übersinnlichem, Übernatürlichem oder theistischem Glauben. Ich respektiere aber, dass viele Menschen diesem folgen, wenn sie für sich allein Kraft, Energie und Frohsinn für ihr Leben daraus schöpfen und wenn sie nicht die Menschenrechte verletzen und auf der Basis eines säkularen demokratischen Grundgesetzes bleiben, dieses schätzen wie die „Menschenrechtsverfassungen“ der Vereinten Nationen. Vielleicht ist dann auch eine gemeinsame Erfahrung sehr schön, dass durch „meine“ Musik eine Verbindung zu uns hergestellt wird, die erkennen lässt, dass wir eigentlich mit „same feeling“ Bürger der Welt sind, „Weltbürger“ in Sachen Musik. Der aufmerksame Zuhörer ist somit auch am Prozess des Musizierens beteiligt, wenn auch in einer anderen Rezipientenrolle. Es ist ein kleiner Unterschied zur Aussage des ersten Zitats oben, dass wir hier nicht vom materiellen Sammeln der „Er-Fahrung“ durch Schwingungen, Schall, Gefühl oder „same feeling“ im Musikübertragen sprechen.

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SchlussZitate

Musizieren hat mit hören zu tun, zuhören, mithören oder schließlich aufhören. Und auch gibt es Ableitungen dieses Verbs zu „hörig“ sein, horchen, gehorchen oder Gehorsam und noch mehr. Zitat: „All die vielen Interpretationen, die wir dem Wort Gehorsam in unserer täglichen Sprache geben – einem Familienvorstand gehorsam sein oder einem Politiker oder Führer, einer Kirche oder einem Vorgesetzten -, sind nur Perversionen – Mißbrauch – dessen, was das Wort Ge-hor-sam, seiner linguistischen Struktur nach, allein bedeuten kann: Dir selbst gehorsam sein. Deinem Selbst gehorsam sein.“ (Joachim Ernst Behrendt, Klang der Seele, Freiburg i. Br. 2000, Seite 80. Mir ist bekannt, dass J. E. Behrendt der Esoterik nahe steht. Ich zitiere nur seine nicht-esoterischen Aussagen). Es ist fast aussichtslos, einem studierten Musiker zu überzeugen, dass freies Musizieren ohne Musikgrammatikkenntnisse sehr gut möglich ist, besonders wenn dann noch mit eigenen Kompositionen Musik gemacht wird. Dem studierten Musiker bleibt vieles verborgen, was ich verinnerlicht habe ohne Anwendung von Noten: Die Schönheit des freien Musizierens, ohne Zwang, ohne Fremdbestimmung, fast kindlich naiv, ohne verschult worden zu sein, autodidaktisch die auditiven Grenzen und Grenzüberschreitungen erfahren zu haben, selbstbewusst meine Musik zu „spielen“.

2005 mit Ischler Hut (Österreich)

„Wenn wir aufhören zu hören, dann hören wir auf zu sein! Wenn wir beginnen zu hören, dann beginnen wir zu sein!“ ( ebda., Seite 57). J. E. Behrendt spricht über Musiker, die in andere Musiktraditionen eindringen: „Ihre Reisen in andere musikalische Kulturen sind in Wirklichkeit Reisen in ihr eigenes Inneres. Karl Berger lehrte in Woodstock: „Es ist alles in dir. Listen into yourself. Hör in dich selber hinein. Da findest du die ganze Musik.“ (ebda. Seite 95).docu89411

Hasso Bensien

Text: 2008

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